Hintergrund für die Fusion der beiden Projekte war die in manchen Kooperationseinrichtungen bereits praktizierte breite Unterstützung der Kinder durch unsere Ehrenamtlichen – so halfen klassische Lesepat*innen immer häufiger beim Erwerb der Grundrechenarten oder beim Schreiben. Und umgekehrt erledigten die Kinder ihre Leseübungen mit Engagierten des Projekts Zusammen!Lernen. Um flexibler auf die konkreten Bedarfe zu reagieren und allen Projektbeteiligten vor Ort – den Freiwilligen, den pädagogischen Fachkräften und auch den Kindern – mehr Freiheit in der Gestaltung des Zusammenarbeitens zu geben, wurden nun die beiden bisher getrennten Projekte zusammengeführt.
Selbstverständlich bestimmen die Freiwilligen weiterhin, in welchem Bereich sie aktiv sein wollen: Wer möchte, kann sich weiterhin ausschließlich auf den bisherigen Kompetenzbereich Lesen, Schreiben oder Rechnen konzentrieren, wer will, kann auch in anderen Bereichen unterstützen. Schon knapp 150 Ehrenamtliche sind im ganzen Stadtgebiet im Einsatz und doch ist die Nachfrage nach wie vor riesig. Für Projektleiterin Alina Trebbin besteht die Herausforderung darin, Einsatzorte für die Engagierten zu finden, die nicht zu weit von deren Wohnort entfernt sind. Außerdem wird der Start ins Ehrenamt immer langwieriger: Aufgrund der angespannten Personalsituation in den Einrichtungen kommt die Einarbeitung und Einbindung in den Betriebsablauf oftmals zu kurz. „Die Situation hat sich seit Corona stetig verschlechtert, es fehlt in vielen Einrichtungen an Hauptamtlichen, die die Ehrenamtlichen unter ihre Fittiche nehmen“, so Alina Trebbin. „Eine intensive Betreuung unserer Freiwilligen ist für uns jedoch ganz wichtig. Dazu gehört auch, sie an ihrem Einsatzort einzuführen und zu gewährleisten, dass sie sich dort wohl fühlen und sinnvoll eingesetzt werden.“
Wie wertvoll der Einsatz ist, zeigt das positive Feedback der Kooperationspartner. Darum ist der berlinweite Ausbau des Projektes LESEND LERNEN eines unserer zentralen Anliegen. Wer Interesse hat, sich hier zu engagieren, um Kinder aktiv, persönlich und nachhaltig auf ihrem Bildungsweg zu unterstützen, ist herzlich willkommen. Engagement in Form von Zeit oder Geld kommt direkt den Kindern zugute und sichert zugleich nachhaltig die Bildungsgerechtigkeit und den gesellschaftlichen Zusammenhalt in unserer Stadt.
Foto: Jule Halsinger
