Kunst, die verbindet

3. Juli 2026

Buddies for Peace-Preis 2026

Für die Gewinnerinnen und Gewinner des Buddies for Peace-Preises 2026 der Bürgerstiftung Berlin begann nach der feierlichen Preisverleihung im Roten Rathaus ein ganz besonderer Teil ihrer Auszeichnung. Neben dem Preisgeld erhielten die drei ausgezeichneten Projekte jeweils einen weißen Buddy-Bären, gespendet von der Buddy Bär Berlin GmbH. Gemeinsam mit professionellen Street-Art-Künstlerinnen und -Künstlern verwandelten die Jugendlichen die Skulpturen in individuelle Friedenssymbole.

Ein leerer Buddy-Bär ist wie eine leere Leinwand

Dabei ging es nicht nur um Farbe und Technik. Es ging darum, Gedanken sichtbar zu machen. „Ein leerer Buddy-Bär ist wie eine leere Leinwand“, beschreibt die Künstlerin Ekaterina Koroleva den kreativen Prozess. „Erst durch die Ideen und Gefühle der Jugendlichen bekommt er eine eigene Persönlichkeit.“ Genau das wurde an den Projekttagen sichtbar: Aus einer weißen Figur entstanden Werke, die die Handschrift der jungen Menschen tragen.

Die Künstlerinnen und Künstler wurden von der Street Art Berlin GmbH zur Verfügung gestellt und begleiteten die jungen Menschen dabei, ihre Gedanken zu Frieden, Zusammenhalt und gesellschaftlichem Miteinander kreativ auszudrücken. Gemeinsam wurde skizziert, diskutiert, ausprobiert und immer wieder neu gedacht.

Wie offen dieser kreative Prozess verlief, beschreibt Künstler Damian Yves Rohde, der das Gewinnerprojekt der Quinoa Bildung gGmbH begleitete: „Wir sind sehr spielerisch rangegangen. Erst wollten wir den Bären komplett schwarz gestalten und das Logo in die Mitte setzen. Doch nach und nach entwickelte sich alles weiter. Plötzlich wurde das Werk viel bunter, bekam ganz neue Elemente und eine ganz andere Richtung. Man kann es mit einem Tanz vergleichen. Wir hatten großen Spaß.“

Auch Ekaterina Koroleva, die mit Schülerinnen und Schülern des Inge-Deutschkron-Gymnasiums arbeitete, war beeindruckt von der Dynamik des gemeinsamen Gestaltens: „Kreativität ist ansteckend. An nur einem Projekttag wurde aus einer weißen Bären-Skulptur ein farbenfroher Beweis für Teamgeist. Es entstand ein echtes Gesamtkunstwerk aus den Schablonenmotiven aller Schülerinnen und Schüler – ergänzt durch einen gemeinsamen Spray-Paint-Workshop.“

Abstraktes Abbild der vielfältigen Gemeinschaft

Besonders eindrucksvoll zeigte sich der kreative Entwicklungsprozess auch beim Kinder- und Jugendhaus BOLLE von Straßenkinder e. V. Anfangs wollten die Kinder den Buddy-Bären einfach bunt ansprühen. Gemeinsam mit Künstler Stephan Wilke entschieden sie sich jedoch, ihre Ideen zunächst zu sammeln und ein Gestaltungskonzept zu entwickeln.

Sie beschäftigten sich mit Farbwirkungen, Kontrasten und verschiedenen Sprühtechniken. Nach einer Einführung in den Umgang mit Spraydosen entstand Schritt für Schritt ein durchdachtes Kunstwerk: Eine Seite des Bären wurde in warmen Farben mit einem lebendigen Punktemuster gestaltet, die andere erhielt kühle Farbtöne, dynamische Zickzacklinien und Sterne. Für Stephan Wilke spiegelt das fertige Werk genau das wider, worum es beim Buddies for Peace-Preis geht: „Die Kinder schufen ein Kunstwerk, das auf Unterschieden basiert und zugleich im Zusammenspiel eine Einheit bildet. Man kann von einem abstrakten Abbild der vielfältigen Gemeinschaft im Kinder- und Jugendhaus BOLLE sprechen.“

Die gemeinsame Arbeit an den Buddy-Bären wurde für die Jugendlichen weit mehr als ein Kunstworkshop. Sie lernten neue Techniken kennen, entwickelten Ideen gemeinsam weiter und erfuhren, wie aus unterschiedlichen Perspektiven ein gemeinsames Werk entstehen kann. So wurden die Buddy-Bären selbst zu einem Symbol dessen, was Frieden bedeutet: Unterschiede auszuhalten, voneinander zu lernen und gemeinsam etwas Neues zu schaffen.

Familienfonds Klaus und Lydia Riedel

Mit dem Buddies for Peace-Preis zeichnet die Bürgerstiftung Berlin seit vielen Jahren Kinder und Jugendliche aus, die sich für Demokratie, gesellschaftlichen Zusammenhalt und ein friedliches Miteinander engagieren.

Die diesjährigen Preisträger sind:

  • Preis (2.500 Euro): Quinoa Bildung gGmbH mit dem RAP-Projekt Rhythm & Respect
  • Preis (1.250 Euro): Inge-Deutschkron-Gymnasium mit dem Projekt Niemals vergessen
  • Preis (1.250 Euro): Kinder- und Jugendhaus BOLLE von Straßenkinder e. V.

 Gestiftet wird der Preis von Klaus und Lydia Riedel, die bereits 2012 unter dem Dach der Bürgerstiftung Berlin einen Familienfonds gegründet haben, um Projekte für ein friedliches Miteinander, Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu fördern.

Die individuell gestalteten Buddy-Bären bleiben als sichtbares Zeichen der ausgezeichneten Projekte bestehen und erinnern daran, dass Frieden nicht abstrakt ist. Er entsteht dort, wo junge Menschen ihre Stimmen erheben, Verantwortung übernehmen und ihre Ideen in die Welt tragen – manchmal auch mit Pinsel, Farbe und einem weißen Bären.

Foto: Quinoa Bildung gGmbH

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