LeseLust

Was wir tun

Ehrenamtliche Lesepaten besuchen Kinder in Berliner Grundschulen und Kindergärten, um mit ihnen gemeinsam zu lesen oder Bilderbücher anzusehen. Die Spende eines Berliner Ehepaars ermöglichte 2004 den Start eines Pilotprojektes zur Leseförderung an einer Kreuzberger Schule. Im Jahr 2005 gelang dann mithilfe der Levy-Strauss-Foundation die Weiterbildung der Lesepaten im Weiterbildungszentrum der Freien Universität Berlin zu finanzieren. Nach dem Ende der Förderung hat die Bürgerstiftung Berlin dieses Angebot weitergetragen. Heute sind rund 250 Lesepaten an acht Berliner Grundschulen und zehn Kitas im Einsatz – vorrangig in den Stadtteilen Kreuzberg, Schöneberg und Wedding.

Die Kinder lassen lesen und lesen selbst, je nach Fähigkeiten. Ehrenamtliche helfen beim Lernen.
Lesen macht allen Kindern Freude und Spaß. Die Lesepaten geben den Schülern Zeit und Aufmerksamkeit.
Die Kinder lassen sich von den Lesepaten zum Bücherlesen animieren. Lesen macht Spaß ist die Devise.
Bücher zum Verschlingen. 
Den Lesehunger stillen!
Bücher sind Abenteuer.
Mit Lust und Laune lesen!

Warum das nötig ist

„Es war in meiner ersten Klasse und wohl auch ziemlich zu Anfang meiner Lesepaten-Arbeit. Mit einer Schülerin hatte ich einen Kinderkrimi nicht ganz geschafft. Mein Angebot, das Buch mit nach Hause zu nehmen, schlug sie vehement aus. Die Lehrerin hatte die Erklärung: Nicht nur das Lesen macht den Kindern Spaß. Viel wichtiger ist die ungeteilte Zuwendung, die sie während des Lesens erfahren, etwas, das nicht alle Kinder von zu Hause kennen“, erzählt Rosemarie Franke, eine ehrenamtliche Lesepatin an der Mercator Schule. Sprach- und Lesekompetenz sind der Schlüssel für Bildung und eine erfolgreiche Schulkarriere. Viele Kinder werden jedoch schon mit großen Sprachdefiziten eingeschult. Bildungsferne Elternhäuser, Armut oder Migrationshintergründe erschweren den Kindern den Start in eine unbeschwerte Schulzeit. „Das war für mich ein Blick in eine andere Welt“, so Rosemarie Franke. Zu dem Projekt LeseLust gehört nicht nur das Vorlesen von Büchern – sondern auch das Nachspielen. „Den Büchern Beine machen“ war ein Workshop am Grips-Theater, den ich im Rahmen einer Weiterbildung durch die Bürgerstiftung besuchen konnte. Ich fand bestätigt, was ich in all den Jahren meiner Arbeit mit Kindern beobachtet habe: Nach dem Erzählen oder Vorlesen von Geschichten oder Märchen haben Kinder das Bedürfnis, diese nachzuspielen“, so Renate Sperduti, eine weitere ehrenamtliche Mitarbeiterin. Durch das gemeinsame Spiel erfahren Kinder, dass jeder einen wichtigen Anteil an der Geschichte hat – sowohl die Prinzessin als auch der böse Wolf. So können die Kinder Selbstbewusstsein und Teamgeist lernen. „Natürlich gehört auch Disziplin dazu - eine Geschichte Stück für Stück zusammenzutragen und den Text zu lernen“, so Sperduti. Doch durch das gemeinsame Lesen und Spielen erfahren viele Kinder zum ersten Mal in ihrem Leben Wertschätzung und Aufmerksamkeit. „Wenn ich die Kinder frage, was ihnen am besten gefallen hat, sagen sie meistens: „Als alle geklatscht haben“. Dieser besondere Moment echter Wertschätzung – das ist das Wichtigste für die Kinder“, so die Lesepatin.

Im Laufe meines Lebens konnte ich vielfach beobachten, wie hilfreich das Engagement Freiwilliger für das Leben anderer Menschen gewesen ist. Da die Freude, die wir geben, ins eigene Herz zurückkehrt, hat meine ehrenamtliche Tätigkeit so gesehen auch einen ganz eigennützigen Grund.

Was wir bewirken

Die Lesestunden in kleinen Gruppen oder immer häufiger auch nur mit einem Kind, wie sie die Lesepaten praktizieren, sind ein großer Gewinn gleichermaßen für Schulen, Kitas und die Kinder selbst. Die intensive Kommunikation zwischen dem Kind und dem Erwachsenen sowie das hohe Maß an Zuwendung und Ansprache sind in einer Unterrichtssituation mit bis zu 30 Kindern nicht realisierbar. „Zahlreichen Spenden in der Vergangenheit haben wir es zu verdanken, dass an einigen Schulen die lange verwaisten Bibliotheken mit Mobiliar und neuen Büchern ausgestattet und durch das kontinuierliche Engagement der Lesepaten wiederbelebt werden“, erklärt Helene Stadler, Geschäftsführerin der Berliner Bürgerstiftung. „Die Erfahrung der Stille hat mich sehr beeindruckt und beglückt. Dass es den Kindern plötzlich möglich war, in ihre innere Welt einzutauchen. In die Welt der Stille, die sich in unseren Köpfen bewegt. Denn es ist eine wache Stille“, erklärt Lesepatin Eva Schünke die Wirkung des Lesens auf die Kinder. Entspannt, vergnüglich und angeregt geht es bei den Lesepaten-Stunden zu. Hier ist genug Zeit um nachzufragen, aus eigenem Erlebten zu berichten oder Geschichten weiter zu spinnen. Die Auswahl des Lesestoffs und die Vorgehensweise beim Lesen sind dabei so unterschiedlich wie die Lesepaten und die Kinder. Mit diesem Projekt will die Berliner Bürgerstiftung Kindern die Chance geben, Stille zu erleben – eben eine positive Auszeit von Schultrubel, Computern oder Fernseher. „Meine Vision ist, dass es Berliner Schulen geben wird, die den Mut haben, diese „Stille Zeit“ für 15 Minuten am Morgen und am Nachmittag zu ermöglichen“, so Schünke. Im August 2005 wurde das Projekt LeseLust von der Initiative „Deutschland liest vor e.V.“ mit dem Lesekoffer ausgezeichnet.

Was Ihre Spende bewirkt

40 Spenden

Für 200 € kann eine Schulklasse mit Lesebüchern ausgestattet werden.

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Was Sie tun können

Sie möchten uns durch eine Spende unterstützen? Spenden Sie online oder geben Sie LeseLust als Verwendungszweck Ihrer Überweisung an. Die Bürgerstiftung Berlin freut sich über weitere ehrenamtliche Lesepaten.

Ansprechpartner: Natascha Salehi-Shahnian

Projektflyer LeseLust

Presse

Der Tagesspiegel vom 20.08.2013 - Was Wolfgang Thierse an Brecht und Biermann gefällt
Hilker-berlin.de vom 01.11.2012 - Ohne Lesekompetenz geht gar nichts
Der Tagesspiegel vom 01.10.2007 - Pfadfinder für die Welt der Fantasie
Berliner Morgenpost vom 02.04.2005 - Freude am Lesen wecken
Der Tagesspiegel vom 25.02.2004 - Verführung zum Buch

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