Geschichte

Die Unterzeichner des Gründungsaufrufs

Heinz Dürr, Jürgen Engert, Werner Gegenbauer, György Konrád, Harry Kupfer, Hanna-Renate Laurien, Peter Philipps, Elmar Pieroth, Klaus Pohle, Hermann Rudolph, Horst Schättle, Dieter Schröder, Richard Schröder, Klaus Schütz, Wolf Jobst Siedler, Richard von Weizsäcker

„Wir brauchen starke Bürgerstiftungen, damit aus der Gesellschaft heraus gute Konzepte für Jugend-, Kultur- und Sozialprojekte praktisch erprobt und weiter verbreitet werden können. Wenn sich in Städten und Landkreisen die Ideen-Reichen, die Zeit-Reichen und die Geld-Reichen unter dem Dach von Bürgerstiftungen zusammenfinden, dann entsteht von unten die Kraft, die wir zur Bewältigung der aktuellen Krisen so dringend brauchen.“ Diese Worte des renommierten Kriminologen sowie Initiator und Stifter der Bürgerstiftung Hannover, Dr. Christian Pfeiffer, haben überzeugt. Im Rahmen eines 1998 gehaltenen Vortrages berichtete der engagierte Philanthrop von seiner Arbeit und regte ein verstärktes Engagement für Kinder- und Jugendarbeit in Berlin an. Hintergrund dieser Forderung waren rassistische Übergriffe gegen Ausländer in deutschen Städten in den 1990er Jahren, die Bürgermut weckten und auf massiven Widerstand in der Bevölkerung und in den Medien stießen. Damals formierte sich zunehmend der Gedanke, dass Bürgerstiftungen ein geeignetes Mittel des gesellschaftlichen Engagements gegen soziale Missstände sein könnten. Pfeiffers Plädoyer war das Startsignal für die Bürgerstiftung Berlin.

Mir liegt an der Bürgerstiftung Berlin, weil ich die Projekte toll finde.

Noch im selben Jahr bildete sich ein Verein zur Gründung einer Berliner Bürgerstiftung. Zu diesem Zeitpunkt war allerdings das für die Bildung einer Stiftung notwendige Stammkapital noch nicht vorhanden – dafür umso mehr der Wille zum Handeln. Eines der ersten Projekte des neu gegründeten Vereins war die Reintegration von schulverweigernden Kindern, welches mit Beginn des Schuljahres 1998/99 an der Jean-Piaget-Schule in Marzahn-Hellersdorf startete. Mit gezielter Öffentlichkeitsarbeit konnte der Verein die Aufmerksamkeit von Bürgern, Medien und Unternehmen auf sich ziehen und zunehmend Spenden einwerben. Der Berliner Bürger Wolfgang Tuchscherer spendete schließlich das erforderliche Stiftungskapital und ließ dem Verein 375.000 Mark zukommen. In der Folge konnte die Bürgerstiftung Berlin mit Genehmigungsurkunde vom 26. Juli 1999 der Senatsverwaltung für Justiz als Stiftung des bürgerlichen Rechts mit Sitz in Berlin offiziell gegründet werden. Mit dem Gründungsaufruf „Berliner helfen Berlinern“ motiviert die Stiftung seit nunmehr 15 Jahren Mitbürger zum gesellschaftlichen Engagement. Im Fokus der Projekte, die seit der Stiftungsgründung umgesetzt wurden, steht die Arbeit mit sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen. Weiter heißt es im Gründungsaufruf: „Die Bürgerstiftung Berlin denkt an die Zukunft und handelt heute: Sie will vor allem Jugendlichen helfen, sie ermutigen, fördern und ihnen Chancen eröffnen. Dazu braucht sie Geld und Zeit von den Berlinern. Helfen Sie mit! Machen wir Berlin zu einer Weltstadt mit Herz!“